Exhibitions

 

Bewegte Stille

Eröffnung: Samstag, 08. September 19-22 Uhr

08. September – 13. Oktober 2018

Malerei und Skulptur

Nanako Shikata + Stefan Seitz

 

Nanako Shikata ohne Titel 2008 Acrylfarbe auf Seide 125 x 230 x 8 cm

 

Nanako Shikata

Bewegung, Geschwindigkeit und Besinnung der wilden, ungezähmten Natur durchziehen die Arbeiten von Nanako Shikata, die mit Kohle,Tusche,Gouache und Pastellfarben arbeitet. Urbane Landschaften, die sich nicht spezifisch geografisch verorten lassen, als auch Sehnsuchtsorte, die bis in den Horizont reichende Landschaften.

Einige Landschaften sind wie im Vorbeifahren eingefangen. Kurze Momentaufnahmen in Bewegung, wie aus dem Zugfenster oder durch die Windschutzscheibe beobachtet, manchmal nur durch ein Scheinwerferlicht beleuchtet, schälen sich aus der Dunkelheit.

Oftmals sind es nächtliche Szenen in der Natur, in die einzelne Elemente der Zivilisation hinein brechen. Mal ist es eine S-Bahn, die im nächtlichen Unwetter durch den Wald fährt, mal ein Strommast, dessen Gerüst und Drähte die Landschaft teilen.

Die aus Japan stammende Künstlerin ist in der Millionenmetropole Tokio aufgewachsen. In Shikatas Arbeiten werden Natur und Zivilisation miteinander konfrontiert und durchdringen sich gegenseitig. In ihren geheimnisvolle Zeichnungen hinterfragt die Künstlerin menschliche Perspektiven. Die mit zarten Pastellfarben, Kohle, Gouache und/oder Tusche auf Papier angefertigten Bildnisse handeln von der Ambivalenz zwischen Verbundenheit und Verschiedenheit. Immer schwingt bei der in Japan und Deutschland ausgebildeten Künstlerin die Konfrontation mit dem Fremden mit, die sich in einer scharfen Beobachtungsgabe für scheinbare Selbstverständlichkeiten manifestiert.

Nanako Shikata wurde 1977 in Tokio geboren und studierte Malerei an der Tokyo Zokei Universität. Sie war Austauschstudentin an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Bruno Gironcoli und studierte anschließend nach ihrem Abschluss in Tokio Bildhauerei an der Staatl. Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Stephan Balkenhol und war Meisterschülerin bei ihm. Ihre bildhauerischen Sumo Skulpturen sind in internationalen privaten Sammlungen vertreten.

Seit 2009 lebt und arbeitet sie in Berlin.

 

Stefan Seitz

Stefan Seitz ist Holzbildhauer, er zeigt Figuren, die mit der Kettensäge jeweils aus einem Stamm herausgearbeitet sind. Das Thema seines künstlerischen Schaffens, Mensch und Tier, wurzelt in der eigenen Naturverbundenheit. Die Dargestellten tragen stets Personennamen, auch wenn sie ihrem Wesen nach häufig mischgestaltig sind. Es sind Fabelwesen und Charaktere zugleich, deren Namensgebung sich dem Künstler nach ihrer Vollendung mitteilt. Stefan Seitz lässt eigene Erlebnisse und Lebenserfahrungen in seine Holzbildwerke einfließen, die er durch Skizzen vorbereitet.

Die Arbeiten sind stets farbig gefasst, der Farbauftrag akzentuiert die Erscheinung der Figuren und definiert ihre individuelle Ausstrahlung. Anatomische Korrektheit rückt in den Hintergrund, vielmehr tragen übergroße Gliedmaßen und verschobene Proportionen zur Expressivität der figürlichen Erscheinung bei, ebenso wie die technisch bedingte Rohheit der Oberfläche. Das rasche Arbeiten mit der Säge gibt spontanen Reaktionen auf das Material Raum, die Skulpturen wirken dadurch leicht, fast heiter. ln unendlichen Variationen erkundet der Bildhauer sein Thema. Die Figuren, obschon als Einzelobjekte konzipiert, können aufeinander Bezug nehmen. Sie bergen den Ansatz eigener Erzählungen, die häufig aus dem humorvoll ausgedeuteten Gegensatz zwischen statischer Aufsockelung und immanentem Bewegungsimpuls resultieren. (Dr. phil. Maria Lucia Weigel Kunsthistorikerin)

Stefan Seitz Franz 2014 Linde, farbig gefasst 135 x 24 x 17 cm

1978 geboren in Garmisch-Partenkirchen

Bildhauerausbildung an der Staatlichen Schnitzschule in Oberammergau

Studium der Freien Bildhauerei an der staatl. Akademie der bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Stephan Balkenhol.

Meisterschüler bei Prof. Stephan Balkenhol

Lebt und arbeitet in Berlin